Nicht ohne mein Franzbrötchen III – In Frankfurt am Main

Die Stadt der Banken und Bürotürme bietet ihren oft zugezogenen Bewohnern oder zumindest den tagsüber anwesenden Angestellten der unterschiedlichsten Unternehmen auch kulinarisch eine große und interessante Bandbreite.

Ob das gleichermaßen für den schnellen Frühstücksnack mit Zimtgeschmack gilt, klärt unser Franzbrötchentest aus Frankfurt am Main. Wie bereits in Berlin, wollen wir herausfinden, ob das typisch norddeutsche Frühstücksbrötchen auch in anderen Gegenden Deutschland bekannt und verbreitet ist.

Wir haben uns dazu eine kleine BIO Bäckerei ausgesucht, denn gerade bei den größeren Bäckereiketten ist das Angebot naturgemäß nicht besonders individuell und die Wahrscheinlichkeit, ein Franzbrötchen ergattern zu können entsprechend geringer.Franz_IV

Die Kaiserzeit Bäckerei in der Kaiserstraße 59 liegt unweit des Frankfurter Hauptbahnhofs am unteren Ende des sogenannten Bahnhofsviertels. Dies präsentiert sich auf dieser Höhe der Kaiserstraße schon deutlich ansehnlicher und man kann bereits den aufstrebenden Wandel dieses sehr zentral in Frankfurt gelegenen Quartiers erahnen.

Aber zurück zum Franzbrötchen. Die Kaiserzeit Bäckerei führt das Zimtbrötchen wie selbstverständlich in der Auslage, was uns als Norddeutsche natürlich freut.

Von der Optik kommt das Brötchen zunächst recht flach und wenig voluminös daher, ein Umstand, der häufiger bei Bio Franzbrötchen festzustellen ist. Ob das nun an der weniger starken Verwendung von Backtreibmitteln oder einer größeren Fettighaltigkeit liegt, sei dahin gestellt. Jedenfalls passen Haptik und Optik recht gut zum Grundprodukt Franzbrötchen.

Auch Zuckerüberzug, Farbe und Zimtanteil stimmen auf den ersten Blick. Einziges Problem auch hier wieder eine etwas zu starke Färbung der Kruste. Hier hätte eine geringfügig kürzere Backzeit sicher ein noch besseres Ergebnis gebracht.

Franz_IIIDie Backzeit führt auch dazu, dass die eigentlich scheinbar sehr gute Durchfeuchtung des Teigs an einiges Stellen wie „weggebacken“ und der Teig etwas trocken und dunkel, fast angebrannt geraten ist. Naturgemäß gerade und vor allem an den etwas dünneren Ecken des Franzbrötchen. Das dürfte nicht jedem schmecken, wenngleich es hier teilweise auch Schwankungen innerhalb einer Backcharge geben dürfte.

Geschmacklich gibt es dann wenig auszusetzen, selbst wenn hier die Trockenheit des Teigs in der Verbindung mit einem hohen Fettgehalt kein ganz sauberes Ergebnis präsentiert. Zimtgehalt, Süße und Geschmack stimmen aber in der Summe mit einem etwas zu hohen Zuckeranteil. Der besondere Zustand des Teiges und die leichte Karamellisierung können allerdings ebenso der scheinbar vorhandenen Verwendung von Mehlen mit Vollkornanteil geschuldet sein.

Insgesamt konnten wir in Frankfurt ein Bio Franzbrötchen genießen, das sich vor den Produkten in anderen Städten nicht verstecken braucht, auch wenn es recht flach geklopft und etwas zu stark gebräunt daherkommt. Gerade vor dem Hintergrund, dass es sich um ein Bio-Backprodukt handelt, können wir es aber guten Gewissens im oberen Drittel unser bisher verglichenen Produkte ansiedeln und es stellte eine willkommene Verbesserung im Hinblick auf unseren letzten recht enttäuschenden Versuch in Berlin dar.

 

Unsere Note : 2-

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